Der Ball schreibt eine Kurve wie eine Tropfe Quecksilber. Die Ferse, die äußere Seite des Fußes, ein unsichtbares Bewegungsablauf des Körpers. Der Torwart bleibt stehen, die Verteidiger sind besiegt und das Stadion explodiert. Was macht ein Tor schön? Technik? Mut? Szene? Oder die pure Magie, wenn der Ball, so scheint es, nicht den Gesetzen der Physik, sondern der Willkür des Künstlers gehorcht? Jeder Fan hat seinen eigenen Kandidaten für das «schönste Tor». Aber es gibt Meisterwerke, die von allen anerkannt werden. Lassen wir uns an die bemerkenswertesten erinnern.
Viertelfinale der Weltmeisterschaft in Mexiko. England gegen Argentinien. 22. Juni 1986. Diego Maradona erhält den Ball auf seiner eigenen Hälfte, geht um Peter Reid, dann um Peter Birdsong, um Terry Butcher, Fenwick und schließlich um den Torhüter Shilton. Fünf Spieler der englischen Nationalmannschaft liegen auf dem Rasen. Maradona durchbricht die Abwehr wie ein Messer durch Butter. Das Tor wurde zum Symbol seiner genialen Individualität. «Tor des Jahrhunderts» — so wurde es genannt. Obwohl im selben Spiel auch die «Hand Gottes» war, bleibt dieser Lauf das Beispiel für Dribbling. Im Jahr 2026 wird er in 4K neu angesehen und verliert nicht an Kraft.
Finale der Champions League 2002. «Real» gegen «Bayer». Roberto Carlos schlägt von links. Der Ball fliegt hoch, auf Brusthöhe. Zinedine Zidane, ohne den Ball fallen zu lassen, schlägt mit links, fliegender Fuß, ins «neun». Der Schuss war so sauber und stark, dass der Torhüter Butt nicht einmal zuckte. Das Tor wurde Siegtor, und «Real» gewann 2:1. Dieser Schuss wird «Gala-Schuss» oder «leichte Fußarbeit» genannt. Er ist perfekt: Technik, Mut, Moment. Im Jahr 2026, als Zidane bereits Trainer ist, bleibt dieser Tor ein Symbol seines footballischen Intelligenz.
Spanische «Barcelona» spielt gegen «Sevilla». Ronaldinho tritt zum Elfmeter. Die Gegner erwarten einen Pass, aber der Brasilianer schlägt flach, mit Drehung. Der Ball dringt in den Winkel des Tores, und der Torhüter sieht die Flugbahn nicht. Noch berühmter ist sein Tor «mit der Ferse» im Spiel gegen «Athletic» (2004), als er den Ball ohne zu schauen mit der Ferse ins Tor schoss. Ronaldinho hat den Fußball in ein Karneval verwandelt. Seine Tore sind nicht nur schön, sie sind spielerisch, lächelnd. Im Jahr 2026 werden seine Tricks in Schulen gelehrt.
Freundschaftsspiel Schweden gegen England. 4:2 für Schweden. In der letzten Minute wirft der Torhüter Hart den Ball. Ibrahimovic, 30 Meter vor dem Tor, springt sich zu und erreicht den Ball mit dem Fuß über der Rücken. Ein Bicykel aus dieser Entfernung ist ein unglaublicher Trick. Das Tor wurde im Jahr 2012 als bestes Tor anerkannt. Zlatan hat sich immer durch Mut ausgezeichnet, aber dieser Tor wurde zu seiner Visitenkarte. Im Jahr 2026 spielt er nicht mehr, aber seine «Riss-Tore» bleiben in den Highlights.
Copa del Rey, «Barcelona» gegen «Hetafe». Lionel Messi, 19 Jahre alt, wiederholt den Coup von Maradona. Er geht um fünf Gegenspieler, um den Torhüter und schießt. fast identisch wie Maradonas Tor 1986. Nur schneller. Das Tor wurde «Kopie» genannt. Messi hat seitdem Tausende schöner Tore geschossen, aber dieses bleibt ein Beispiel für sein frühes Genie. Im Jahr 2026 schießt er immer noch, aber das Tor in «Hetafe» ist eine Legende.
Finale der Champions League 2018, «Real» gegen «Liverpool». Bale tritt als Einwechselspieler auf und schießt nach drei Minuten einen Bicykel im Fall! Der Ball fliegt unter die Latte in das Tor. Dies war ein erstaunlicher Schuss, der das Schicksal des Finals entschied. Bale, der bereits damals nicht in bester Form war, zeigte, dass Talent nicht verschwindet. Das Tor wurde zum Symbol seiner Karriere. Im Jahr 2026 ist er bereits in den USA, aber dieser Tor wird als Lehrstück für Akrobatik angesehen.
Champions League, «Real» gegen «Juventus». Ronaldo springt wie ein Kosmonaut über einen Verteidiger und schlägt mit dem Kopf aus einer Höhe von 2,5 Metern. Der Ball fliegt ins Tor. Dieses Tor symbolisiert seine Kraft, Sprungkraft und Fähigkeit, an der richtigen Stelle zu sein. Im Jahr 2026 wird er älter, aber seine Sprünge bleiben in Erinnerung.
Natürlich gibt es noch Meilensteine: der Schuss von Roberto Carlos (1997) mit der unvorstellbaren Flugbahn, das Tor von Ole-Gunnar Solskjær im Finale der CL-1999, das «Tor des Jahres» von Wayne Rooney, der Pass mit der Ferse und der Schuss… Aber das schönste Tor ist subjektiv. Für jemanden ist es die Mannschaftsaktion der «Barcelona» von 2011, bei der alle 11 Spieler den Ball berührten. Für jemanden ist es das Solo von Jimmy Greaves. Aber eines ist gemeinsam: Das schönste Tor ist immer eine Überraschung. Es ist der Moment, in dem der Spieler aufhört zu denken und zum Dichter wird.
Im Jahr 2026 schauen wir Tausende von Toren, aber nur wenige bleiben in Erinnerung. Vielleicht wurde das schönste Tor noch nicht geschossen. Vielleicht passiert es heute. Bis dahin schauen wir uns alte Videos an und stellen uns die Frage: «Wer ist besser?». Es gibt keine Antwort. Es gibt nur ein Gefühl.
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