Die Verbreitung von Yoga und seine Hierarchie sind zwei Seiten einer Medaille: der Weg von einer geheimen esoterischen Praxis für die Auserwählten zu einem globalen Phänomen und die innere Struktur, die diese Praxis ordnet.
Yoga wurde nicht an einem Tag exportiert. Sein Weg nach Westen ist eine Geschichte der Übersetzung, Anpassung und unvermeidlichen Vereinfachung.
Die Schlüsselfigur war Swami Vivekananda. Im Jahr 1893 präsentierte er auf dem Parlament der Religionen in Chicago Yoga nicht als Religion, sondern als wissenschaftliche und philosophische Systematik. Dies löste einen Skandal aus und legte den Grundstein für das Interesse an der Praxis unter der westlichen Elite. Vivekananda sprach hauptsächlich über die spirituellen und meditativen Aspekte und nicht über die körperlichen Haltungen.
In Russland wurde Yoga über das Theosophische Gesellschaft und okkulte Kreise verbreitet. Sie wurde als Weg zu übernatürlichen Fähigkeiten und geheimem Wissen wahrgenommen, oft im Gegensatz zum christlichen Asketismus. Damals war es eine intellektuelle und mystische Praxis für einen engen Kreis.
Genau in dieser Zeit beginnt Yoga im Westen und in Indien selbst, sich mit der körperlichen Kultur und Gymnastik zu vereinen. Der Akzent liegt auf den Asanas — den Haltungen. Die Fotografie spielte eine enorme Rolle: Es wurde möglich, Bilder komplexer Haltungen zu vervielfältigen, was die Praxis greifbar und massenwirksam machte. In der Tat wurde moderne Yoga als Fitness weitgehend damals geboren.
Nach 1947 eröffnete Indra Devi ein Studio in Hollywood, das Stars anlockte. In den 1950er Jahren wurde die Autobiografie des Yoga ein Bestseller. Und im Jahr 1989 besuchte B.K.S. Iyengar die Sowjetunion und gab einen starken Schub für die Entwicklung des Yoga in Russland, wo er begann, als Gesundheits- und Disziplinierungs Methode wahrgenommen zu werden.
Yoga ist eine globale Industrie für das Wohlbefinden geworden, und Indien nutzt sie aktiv als Instrument der weichen Macht, indem sie den Internationalen Tag des Yoga ausgerufen hat.
Die Hierarchie in der klassischen Yoga ist nicht um Macht, sondern um die Reihenfolge des spirituellen Wachstums geht. Patanjali beschrieb im \"Yoga-Sutras\" einen achtfachen Weg, bei dem jede Stufe die Grundlage für die nächste ist.
Wichtiger Nuance: Heute praktizieren Millionen nur die dritte Stufe — Asanas — und manchmal Atmung. Die klassische Hierarchie bedeutet jedoch, dass körperliche Haltungen nur die Aufwärmung vor der Arbeit mit dem Bewusstsein sind.
Neben dem achtfachen Weg gibt es auch andere Hierarchien — nach dem Typ des Praktizierenden.
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