Im Welt der Seeschiffe nimmt die Klasse der Supertanker eine besondere Stellung ein — das sind wahre Giganten, geschaffen für den Transport von Öl über enorme Entfernungen. Ihre Baugeschichte ist eine Geschichte der Ingenieurskunst, und ihre Größen beeindrucken noch immer das Vorstellungsvermögen.
Der absolute Rekord in Bezug auf die Größe besitzt ein Supertanker, der unter verschiedenen Namen bekannt ist, aber am häufigsten als Knock Nevis oder Seawise Giant erwähnt wird. Seine Geschichte ist einzigartig und dramatisch.
Bestellt im Jahr 1979 von einem griechischen Magnaten, wurde der Tanker von der japanischen Firma Sumitomo Heavy Industries gebaut und ursprünglich Oppama genannt. Nach dem Rückzug des Auftraggebers wurde das Schiff von einem hongkongischen Reedereiunternehmen erworben, das eine Erhöhung der Größe verlangte. Schließlich wurde der Gigant im Jahr 1981 mit einer Länge von 458,45 Metern auf den Wasserweg gelassen. Zum Vergleich: Die Höhe der Eiffelturm beträgt 330 Meter, was diesen Tanker länger machte als den Turm und viele andere bekannte Bauwerke.
Die Hauptmerkmale des Knock Nevis sind beeindruckend:
Die Fläche der Brücke des Schiffes war so groß, dass die Besatzungsmitglieder auf Fahrrädern darüber fuhren. Allerdings wurden die riesigen Maße auch zum Problem: Der Tanker konnte neither den Suezkanal noch den Panamakanal passieren und hatte einen Bremsweg von fast 10 Kilometern.
Die Geschichte des Tankers war voller dramatischer Ereignisse. Im Jahr 1988, während des Iran-Irak-Krieges, wurde er angegriffen und sank vor der Küste Irans. Allerdings endete seine Geschichte damit nicht. Eine norwegische Firma kaufte das gesunkene Schiff auf, hob es aus und restaurierte es vollständig, was Millionen von Dollar kostete. Nach der Reparatur wurde er in Happy Giant umbenannt und später in Jahre Viking. Anfang des 21. Jahrhunderts diente er als schwimmendes Öltanklager unter dem Namen Knock Nevis. Im Jahr 2010 wurde der Gigant nach Alang in Indien zur Verschrottung geschickt. Für die Demontage wurde über ein Jahr und 18.000 Arbeiter benötigt. Heute erinnert nur noch ein 36-Tonnen-Anker daran, der im Marine Museum in Hongkong ausgestellt wird.
Nach der Verschrottung des Seawise Giant sind die vier Schiffe der Klasse TI (TI Africa, TI Asia, TI Europe und TI Oceania) die größten aktiven Supertanker: TI Africa, TI Asia, TI Europe und TI Oceania.
Sie wurden von der südkoreanischen Firma Daewoo Shipbuilding & Marine Engineering gebaut und zwischen 2002 und 2003 in Betrieb genommen. Obwohl sie dem «absoluten Rekordträger» in der Länge nicht entsprechen, sind ihre Größen ebenfalls beeindruckend. Jedes Schiff hat eine Länge von 380 Metern und eine Deballastmasse von 441 893 Tonnen, was ihnen ermöglicht, etwa 2,8 Millionen Fass Öl zu transportieren.
Diese Schiffe sind heute die einzigen Vertreter der Klasse ULCC (Ultra Large Crude Carrier) in der aktiven Nutzung und werden weiterhin zur Beförderung von Rohöl weltweit verwendet.
Der Begriff «Supertanker» ist in der Schifffahrtsbranche nicht offiziell, wird aber verwendet, um die größten Schiffe zu kennzeichnen. Nach internationaler Klassifizierung gehören die ULCC (Ultra Large Crude Carriers) mit einer Deballastmasse von mehr als 320.000 Tonnen zu den Supertankern. Sie können mehr als 2 Millionen Fass Öl transportieren. Ein wenig kleiner sind die Tanker der Klasse VLCC (Very Large Crude Carriers) mit einer Deballastmasse von 160.000 bis 320.000 Tonnen.
Historisch wurden Supertanker auch von anderen Werften gebaut. Zum Beispiel wurde der Tanker Batillus im Jahr 1976 in Frankreich mit einer Länge von 414 Metern auf den Wasserweg gelassen, aber er wurde bereits 1985 verschrottet.
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