Wenn ein Beamter in einem Büro sitzt, hinter einer Tür mit einem Schild, kann der Vorgesetzte herein gehen, sehen, was er macht, den Telefonanruf hören und die Auslastung sehen. Aber wenn ein Beamter auf die Remote-Arbeit umsteigt, verschwindet dieser Kontrollmechanismus. Der Hauptfragestellung ist: Wie kann man verstehen, ob er arbeitet oder nur online ist? Wie kann die Qualität seiner Arbeit gemessen werden, wenn man ihn physisch nicht sieht? Der Homeoffice-Arbeitsplatz eines Beamten ist nicht nur ein Komfort, sondern auch eine Herausforderung für das Management-System, die neue Ansätze zur Bewertung der Arbeit erfordert.
In der staatlichen Dienstleistung galt lange Zeit der Grundsatz des „Anwesens“. Solange der Mitarbeiter an Ort und Stelle ist, arbeitet er. Dieser Ansatz ist im Homeoffice ineffizient. Man kann einen Beamten nicht nach der Häufigkeit seiner Online-Präsenz, der Geschwindigkeit seiner Antworten im Messenger oder der Dauer der Mauszeigeraktivität bewerten. Diese Metriken erfassen Aktivität, aber nicht das Ergebnis. Außerdem fördern sie den Illusion der Arbeit: Der Mitarbeiter kann auf dem Bildschirm klicken, aber keine Aufgaben lösen.
Ein weiteres Risiko ist der Verzerrung in Richtung formaler Indikatoren. Zum Beispiel kann die Anzahl der ausgegebenen Dokumente oder bearbeiteten Anträge leicht wachsen, zum Nachteil der Qualität. Im Büro könnte der Vorgesetzte das nach dem Inhalt der Dokumente bewerten, während er auf Remote-Arbeit nur nach trockenen Zahlen bewerten kann, die leicht „aufgeblasen“ werden können.
Ein drittes Problem ist die Verwischung der Verantwortung. Im Homeoffice ist es schwieriger zu verfolgen, wer genau Verzögerungen bei der Genehmigung oder Fehler macht. Wenn das Team diszipliniert ist, ist es schwierig, persönliche Ergebnisse von gemeinsamen zu trennen.
Um die Effizienz im Homeoffice zu bewerten, muss man vom Kontrollmechanismus der Anwesenheit zum Kontrollmechanismus der Ergebnisse übergehen. Es gibt mehrere Hauptkriterien.
Der erste ist die rechtzeitige Erledigung von Aufgaben. Wichtig ist nicht nur der Fakt der Erledigung, sondern die Einhaltung der Fristen. Der Beamte muss Berichte einreichen, Dokumente vorbereiten, Anfragen beantworten, alles in den festgelegten Fristen. Aber hier ist es wichtig, die Belastung zu berücksichtigen: Wenn dem Mitarbeiter zu viele Aufgaben zugewiesen werden, können die Fristen nicht aus seiner Schuld verletzt werden.
Der zweite Kriterium ist die Qualität der Arbeit. Er wird durch das Fehlen von Fehlern, die Genauigkeit der Dokumente und die Vollständigkeit der Informationen bewertet. Im Homeoffice ist dies besonders wichtig, weil der Vorgesetzte keine Rohentwürfe sieht, sondern nur das finale Ergebnis erhält. Daher ist es wichtig, ein System der Zwischenkontrolle einzuführen: Zum Beispiel können Projekte einen Tag vor dem Fälligkeitstermin zur Überprüfung gesendet werden.
Der dritte ist die Produktivität. Wie viele Aufgaben werden in einer Zeiteinheit erledigt, wie viele Anträge bearbeitet, wie viele Fragen gelöst. Aber hier ist Vorsicht geboten: Produktivität sollte nicht nur nach dem Umfang gemessen werden, sondern auch die Komplexität der Aufgaben berücksichtigt werden. Eine komplexe Aufgabe kann 20 einfache wert sein.
Der vierte ist die kommunikative Effizienz. Wie schnell und genau der Beamte auf Fragen der Bürger und Kollegen antwortet. Im Homeoffice wird die Kommunikation digital: E-Mails, Chats, Videokonferenzen. Das Qualität der Kommunikation kann durch die Geschwindigkeit der Antworten, die Klarheit der Formulierungen und die Vollständigkeit der Informationen bewertet werden.
Der fünfte ist die Initiative. Der Beamte führt nicht nur Anweisungen aus, sondern schlägt Verbesserungen vor, findet nicht Standardsolutions, nimmt Aufgaben an, die nicht in seine direkten Aufgaben fallen. Dieser Kriterium ist besonders wertvoll in der Remote-Umgebung, wo Proaktivität ein wichtiger Faktor der Beteiligung wird.
Der einfachste Instrument ist die Zeitverfolgung, die Aufzeichnung der Zeit, die für Aufgaben aufgewendet wird. Wie bereits erwähnt, ist dies jedoch eher ein Hilfsmittel, das die Qualität nicht widerzuspiegeln. Besser ist es, es in Verbindung mit anderen Methoden zu verwenden.
Der zweite Instrument ist die elektronische Systeme zur Verwaltung von Aufgaben. In solchen Systemen wird festgehalten, wer, was und wann gemacht hat. Man kann verfolgen, wie lange eine Aufgabe in Bearbeitung ist, wie oft sie zur Nacharbeitung zurückgegeben wurde und wie viele Genehmigungen sie durchlaufen hat. Dies gibt eine objektive Vorstellung von der Auslastung und der Effizienz.
Der dritte ist das System der Balanced Scorecards (KPI). Für jeden Mitarbeiter werden eigene KPI entwickelt, die die spezifische Natur seiner Arbeit berücksichtigen. Zum Beispiel könnten für einen Mitarbeiter, der mit den Anträgen der Bürger arbeitet, die Fristen der Antworten, der Anteil der gelösten Anträge, die Bewertung der Qualität aus Umfragen die Schlüsselkriterien sein.
Der vierte ist die regelmäßige Rückmeldung von Kollegen und Bürgern. Umfragen, Fragebögen, die Analyse von Anträgen. Dies ist ein subjektiver, aber wichtiger Datenquelle.
Der fünfte ist die planmäßige Überprüfung der Qualität. Der Vorgesetzte kann gezielt Dokumente überprüfen, die von Remote-Mitarbeitern vorbereitet wurden, und ihre Übereinstimmung mit den Standards bewerten.
Das Hauptproblem ist das Vertrauen. Wenn ein Beamter aus der Sichtweite herausfällt, hat der Vorgesetzte den Verlockung, den Kontrollmechanismus zu verschärfen. Aber übermäßiger Kontrollmechanismus tötet die Motivation und schafft eine Atmosphäre des Misstrauens. Daher ist es wichtig, dass das Bewertungssystem transparent und vorhersehbar ist.
Das zweite Problem ist die ungleiche Belastung. An einigen Tagen kann der Mitarbeiter überlastet sein, an anderen frei. Es ist wichtig, die Effizienz nicht nach einem Tag, sondern nach einem Zeitraum zu bewerten - Monat, Quartal.
Das dritte Problem ist das Fehlen klarer Standards. Viele Aufgaben von Beamten sind schlecht formalisiert und ihre Qualität schwer zu bewerten. Es muss klare Kriterien entwickelt werden, was als „guter Ergebnis“ gilt.
Das vierte Problem ist der psychologische Unkomfort. Die Bewertung der Effizienz im Homeoffice kann von den Mitarbeitern als Einbruch in das private Raum wahrgenommen werden. Daher ist es wichtig, die Ziele und Mechanismen der Bewertung zu erklären, damit die Mitarbeiter sie nicht als Kontrolle, sondern als Hilfe sehen.
Im Homeoffice ändert sich die Rolle des Vorgesetzten. Stattdessen physischer Kontrolle muss er ein Berater und Koordinator werden. Seine Aufgabe ist nicht zu überwachen, sondern dem Beamten zu helfen, effizient zu arbeiten. Dies bedeutet regelmäßige Treffen, Diskussionen über Aufgaben, Schulung, Fehleranalyse.
Wichtig ist, eine Kultur der Rückmeldung zu schaffen, in der der Mitarbeiter nicht vor Problemen zurückschreckt. Wenn er eine Aufgabe verzögert, sollte er die Möglichkeit haben, dies vorher zu sagen, und nicht zu versuchen, „kleck kleck“ zu machen.
Der Vorgesetzte sollte auch ein Beispiel für Transparenz sein: Seine eigenen Indikatoren zu zeigen, seine Effizienz zu diskutieren, offen über Schwierigkeiten zu sprechen.
Die Effizienz eines Beamten im Homeoffice wird nicht durch die Anzahl der Stunden gemessen, die er am Computer verbracht hat, sondern durch den Wert, den er für die Gesellschaft und das Land geschaffen hat. Dies erfordert von der Management-System ein neues Denken: vom Kontrollmechanismus zum Vertrauen, von formellen Indikatoren zu realen Ergebnissen, von der Bestrafung zur Entwicklung. Homeoffice verringert die Effizienz nicht, wenn das Bewertungssystem neu gestaltet wird. Gegenteilig, es kann sie erhöhen, wenn Beamten mehr Freiheit und Verantwortung geben.
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