Der Fernen Osten ist nicht nur ein Landstrich. Dies ist ein Ort, wo eine Zivilisation endet und eine andere beginnt. Hier schaut Russland auf China, Korea auf Japan, und der Ozean auf den Taiga. Kulturelle Symbole des Fernen Ostens sind nicht nur Museumsobjekte. Dies sind lebendige Zeichen, die man in der Architektur sehen, schmecken und im Wind hören kann. Vom Amurtiger bis zum Birkengewächs, von Vulkanen bis zu Reisfeldern — jeder Symbol erzählt eine Geschichte des Überlebens und der Nachbarschaft.
Der Amurtiger ist nicht nur ein Tier. Dies ist ein Symbol der Stärke und des Einsamkeits. Er lebt dort, wo die Straßen enden. Seine gestreifte Haut ist wie eine Karte, auf der alle Übergänge markiert sind. Der Tiger wurde zum unofficialen Wappen des Fernen Ostens. Er erscheint auf Flaggen, Wappen, Münzen. In der chinesischen Kultur ist der Tiger ein Schutzgeist vor bösen Geistern. In der russischen Kultur ein Symbol der wilden Natur, die nicht gezähmt werden kann. Sein Vorhandensein erinnert uns daran: Wir sind hier Gäste.
In Japan, Korea, China ist der Kranich eine heilige Vogel. Er symbolisiert Langlebigkeit, Treue und Reinheit. Auf dem Fernen Osten ist der Kranich auch ein Symbol des Friedens zwischen den Ländern. Jedes Jahr fliegen die Kraniche über die Grenzen, ohne sie zu bemerken. Ihr Schwarm erinnert daran, dass die Natur keine Passervative kennt. Der japanische Kranich (tanchō) ist auf vielen Souvenirs abgebildet, und in Russland wird er "Krasavka" genannt. Er wurde zum Symbol der Hoffnung nach Hiroshima und Tschernobyl. Ein Vogel, der über dem Leid emporsteigt.
Auf dem Fernen Osten wachsen zwei Blumen. Eine ist der Lotus, der im flachen Wasser des Sees Hanka blüht. Seine rosa Blütenblätter sind ein Symbol der Reinheit im Buddhismus. Der andere ist das Birkengewächs, das im Mai blüht und die Hügel in lila Nebel ertränkt. Der Lotus ist Asien. Das Birkengewächs ist Russland. Aber sie wachsen nebeneinander. Dies ist ein Symbol der Nachbarschaft. Einmal zart, einmal wild. Zusammen erzeugen sie einen Duft, der mit nichts zu verwechseln ist. Auf dem Fernen Osten berühren sich zwei Welten, ohne sich zu vermischen.
In China, Korea und Japan ist der Bambus ein Symbol der Härte. Er biegt sich, aber bricht nicht. Auf dem Fernen Osten wächst der Bambus sogar in kalten Regionen — zum Beispiel auf den Kurilen. Er wird für den Bau, für die Nahrung und für die Kunst verwendet. Der Bambus erinnert daran, dass Stärke nicht immer in der Härte liegt. Manchmal liegt sie im Anpassungsfähigkeit. Dieses Symbol ist von der östlichen Philosophie in die moderne Design übergegangen. Er sagt: "Das Überleben ist nicht der Stärkste, sondern der Anpassungsfähigste".
Kamtschatka, Kurilen, Japan — hier atmet die Erde Feuer. Vulkane sind Symbole der Unstabilität und der kreativen Kraft. Sie erinnern daran, dass die Welt nicht statisch ist. Heiße Quellen (onsen) sind ein Geschenk dieser Unstabilität. Sie heilen und wärmen. In der japanischen Kultur ist das Baden im onsen ein Reinigungsritual. Auf Kamtschatka ist es ein Überlebensweg im Frost. Vulkan und Quelle sind zwei Gesichter einer Erde: zerstörerisch und heilend.
Die fernöstliche Küche ist ein Synthese. Hier isst man Kimchi und Fischsuppe aus roter Fisch. Hier leben Meeresfrüchte und Wild nebeneinander. Ein Symbol dieser Küche kann der Krabbe genannt werden — er wird in Russland, Japan und Korea gefangen. Der Krabbe ist ein gemeinsamer Ressource. Er wird auf verschiedene Weise zubereitet, aber alle respektieren ihn. Ein weiteres Symbol ist der Reis. Er kam aus China, aber wurde zur Grundlage für russische Sushi. Die Küche auf dem Fernen Osten ist eine Brücke zwischen Kulturen.
Der nördliche Seeweg ist ein Symbol der russischen Präsenz auf dem Fernen Osten. Er verbindet die Arktis mit dem Pazifik. Eisbrecher und Schiffsconvoy sind Symbole des Überwindens. Dieser Weg ist gefährlich und schwer, aber der einzige. Er erinnert daran, dass der Fernen Osten nicht nur östlich, sondern auch nördlich ist. Hier wird Logistik zur Kultur.
Der Fernen Osten ist ein Landstrich, wo gerissene Hütten mit gebogenen Dachdecken von Pagoden nebeneinanderstehen. Holzkirchen auf Kamtschatka und chinesische Pagoden an der Grenze sind Symbole der zwei Welten, die nicht kämpfen. Sie existieren einfach nebeneinander. Holz als Material ist ein Symbol des Lebens. Die chinesische Pagode ist eine Vertikale, die sich in den Himmel erstreckt. Die russische Kirche ist ein Kuppel, wie das Himmel über dem Haus. Zusammen bilden sie eine Horizont.
Der Fernen Osten ist weder östlich noch westlich. Er schafft seine Sprache. Seine Symbole sind nicht nur Gegenstände, sondern auch Prozesse: wie das Eis schmilzt, wie der Vulkan qualmt, wie der Tiger über den Schnee kriecht. Diese Sprache kann nicht übersetzt werden. Man kann sie nur fühlen.
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