Das ist einer der am längsten lebenden und umstrittensten Stereotypen. Es ist wichtig, sofort zwei Dinge zu trennen: das Selbstbild innerhalb der jüdischen Kultur und den äußeren Stereotyp, der oft antisemitischer Natur ist.
Kurz gesagt: Die meisten Juden glauben nicht, dass sie "die klügsten" sind im Sinne von biologischer Überlegenheit. Das ist eher ein externer Etikett. Allerdings gibt es innerhalb der Gemeinschaft tatsächlich eine Kultur der Bildung und des Intellekts, die diesen Mythos hervorbrachte.
Hier eine detaillierte Analyse, woher dieses Bild stammt.
Der Paradoxon dabei ist, dass die Idee vom "jüdischen Verstand" zwei Seiten einer Medaille ist. Für Antisemiten ist das ein Beweis für den "jüdischen Konspiration". Ihnen scheint, dass Juden überall (in der Wissenschaft, Finanzen, Jurisprudenz) sind, daher sind sie listig, hinterhältig und schließen sich gegen die anderen zusammen. Für die Juden selbst ist das oft eine Erklärung für ihr Überleben: In einer Welt, in der einem verboten wurde, Land zu besitzen und Landwirtschaft zu betreiben (wie in der europäischen Mittelalterzeit), war der einzige Weg zur Existenz Bildung, Handel, Jurisprudenz und Medizin.
Im Judentum war das Studium der heiligen Texte (Tora, Talmud) nie nur die Aufgabe der geweihten Priester. Lesefähigkeit und das Lesen waren die Pflicht jedes Mannes. Das schuf eine einzigartige Kultur. Respekt vor dem Buch: In der christlichen Europa waren die Könige lange Zeit nicht lesefähig. Bei den Juden wurde der Rabbi (Lehrer) mehr geachtet als ein reicher Kaufmann. Der Talmudische Methode: Das Studium des Talmuds ist keine Auswendiglernen, sondern komplexe logische Diskussionen, die Suche nach Widersprüchen, Argumentation. Über Jahrhunderte trainierten jüdische Jungen ihren Verstand so, wie andere Völker ihren Körper in den Ritterturnieren trainierten.
Im Mittelalter in Europa wurden den Juden oft verboten, Land zu besitzen und in Handwerkszünften beizutreten (den Christen war es verboten, Geld unter Zinsen zu leihen). Ihnen blieben die "intellektuellen" Berufe: Geldverleiher, Juwelier, Jurisprudenz, Medizin, Handel. Dies "natürliche Selection" festigte über viele Generationen die Verbindung "Jude — intellektueller Arbeit".
IQ-Studien zeigen, dass die Ashkenasi (europäischen Juden) im Durchschnitt um 0,5–1 Standardabweichung über dem Durchschnitt liegen (etwa 110–115 gegenüber 100). Besonders hoch sind der verbale und mathematische Intelligenz.
Warum ist das so? Es gibt zwei Hauptversionen.
Krankheiten als Preis für Genialität. Bei den Ashkenasi treten häufig genetische Erkrankungen auf (z.B. die Krankheit von Tay-Sachs). Es wurde herausgefunden, dass Träger der mutierten Gene in einem Exemplar einen höheren Intelligenzniveau haben (bessere Myelination der Nerven). Unter den Bedingungen des Lebens in den Ghettos und der Verfolgung könnte natürlicher Selection diese Mutationen festigen.
Sociokulturelle Selection. Die klügsten und gebildetsten Männer in den jüdischen Gemeinschaften waren die begehrtesten Bräutigame (oft arme, aber geniale "Iešebotnik" heirateten die Töchter reicher Kaufleute). Soziale Mobilität ging durch Intelligenz, nicht durch körperliche Kraft oder Reichtum.
Wenn man die Weltstatistik betrachtet, dann sind die Ashkenasi tatsächlich in der Topliste bei den Nobelpreisen. Wenn man jedoch die heutigen PISA-Tests betrachtet, zeigen die höchsten Ergebnisse Chinesen, Singapurianer, Koreaner. Intelligenz hängt von der Kultur und dem Bildungssystem ab, nicht vom Blut.
Juden glauben nicht, dass sie "die klügsten" im chauvinistischen Sinne ("wir sind die höchste Rasse") sind. Aber sie (und die ganze Welt) haben bemerkt, dass die seit Jahrhunderten entstandenen Bedingungen (Verbot des Krieges und der Landwirtschaft + Kultur des Lernens) sie sehr wettbewerbsfähig in der Welt der Ideen, Technologien und Geld gemacht haben.
Der genaueste Antwort: Sie glauben, dass die Umgebung und die Traditionen sie dazu veranlasst haben, ihren Verstand zu entwickeln, um zu überleben, und das hat funktioniert.
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