Wenn die Sonne unerbittlich brennt und die Luft dicht und zäh wird, suchen die meisten von uns Schutz im Schatten, unter dem Klimagerät oder im kalten Wasser. Aber es gibt Menschen, die in dieser Zeit auf die Straße gehen — nicht, um zu spazieren, sondern, um anderen zu helfen. Sie verteilen Wasser an Obdachlose, gehen mit Hunden spazieren, deren Besitzer nicht mit der Hitze klar kommen, sind an städtischen Stränden im Dienst und verteilen Wasserflaschen an Passanten. Das sind Freiwillige. Sie erhalten für ihre Arbeit kein Gehalt, erwarten keine Auszeichnungen und suchen keine Ruhm. Aber genau sie werden zu dem rettenden Strohalm für diejenigen, die im heißen Sommer in Not geraten.
Eine extreme Hitze ist nicht nur unangenehm, sondern auch eine Notlage, insbesondere für gefährdete Bevölkerungsgruppen. Ältere Menschen, Obdachlose, Menschen mit chronischen Erkrankungen, kleine Kinder und Haustiere leiden viel stärker unter hohen Temperaturen als ein gesunder Erwachsener. Freiwillige übernehmen in solchen Bedingungen Funktionen von Sozialdiensten, Notfallteams und sogar Psychologen.
Ihre Arbeit beginnt lange bevor der Thermometer kritische Werte anzeigt. Bereits im Frühling beginnen Freiwilligengruppen mit der Vorbereitung auf die Sommersaison: sammeln Spenden, kaufen Trinkwasser ein, verhandeln mit Apotheken über Rabatte auf Arzneimittel, entwickeln Routen für Streifzüge. Und wenn der Sommer kommt, gehen sie auf die Straßen, um das Leben in der Stadt für diejenigen, die sich selbst nicht um sich kümmern können, ein wenig erträglicher zu gestalten.
Die Hauptgruppe der Gefährdung sind Obdachlose. Menschen ohne festen Wohnsitz geraten in der Hitze in eine tödliche Falle. Sie haben keine Möglichkeit, sich vor der Sonne zu schützen, keinen Zugang zu sauberem Wasser und oft nicht einmal einen Hut. Freiwillige finden sie auf Bahnhöfen, in U-Bahn-Tunneln, auf Brachflächen und in Parks. Sie verteilen Wasser, feuchte Taschentücher, bringen leichte Kleidung mit und bieten Hilfe bei der Kontaktaufnahme zu Sozialzentren an.
Die zweite große Gruppe sind ältere Menschen, die alleine leben. Viele von ihnen fürchten sich in der Hitze, Fenster zu öffnen, weil sie vor Zugluft Angst haben, gehen nicht auf die Straße, leiden aber dennoch unter der Hitze. Freiwillige rufen sie an, erkundigen sich nach ihrem Befinden, bringen Lebensmittel und Wasser mit, helfen, einen Ventilator einzuschalten oder einen Reparaturtermin für den Klimaanlagen zu vereinbaren. Manchmal hilft ein einfaches Dasein und ein freundliches Wort nicht weniger als eine Wasserflasche.
Die dritte Gruppe sind Menschen mit Behinderungen, die nicht alleine aus dem Haus kommen oder bis zum Geschäft gelangen können. Freiwillige liefern ihnen Wasser, Lebensmittel, helfen bei medizinischen Verfahren.
Die Freiwilligen vergessen auch nicht die Tiere. In der Hitze leiden Haustiere nicht weniger als Menschen. Freiwillige helfen, Hunde auszugehen, stellen Wasser für obdachlose Tiere bereit und organisieren in einigen Städten mobile Schwimmbäder für Hunde.
Die Arbeit in der Hitze erfordert klare Koordination. Normalerweise teilen sich Freiwilligengruppen in mehrere Gruppen auf. Die einen kümmern sich um die Logistik: Sie sammeln Informationen über die wärmsten Bezirke, Punkte, wo häufig Hilfe benötigt wird, und verteilen Ressourcen. Die anderen sind die Feldfreiwiligene, die direkt auf die Straßen gehen. Die Dritten arbeiten an Hotlines — nehmen Anrufe von Menschen an, die Hilfe benötigen.
In großen Städten werden spezielle «Hitzezentren» eingerichtet, wo Koordinatoren Dienst haben. Sie überwachen Wetterprognosen, korrigieren Routen und reagieren schnell auf Veränderungen. Dank mobiler Messenger und sozialer Netzwerke können Freiwillige schnell Informationen über Notfälle weitergeben, Aktionen koordinieren und zusätzliche Kräfte anziehen.
Besondere Aufmerksamkeit wird auf die Sicherheit der Freiwilligen gelegt. Sie sind auch dem Risiko eines Hitzschlag und der Dehydrierung ausgesetzt. Die Organisatoren erinnern sie daran, sich alle 20 Minuten zu bewässern, leichte Kleidung und Kopfbedeckungen zu tragen, Pausen zu machen und nicht allein zu arbeiten.
Die Arbeit in der Hitze ist nicht nur eine körperliche, sondern auch eine psychologische Herausforderung. Freiwillige sehen menschliche Leiden, hören Schreie um Hilfe, stoßen manchmal mit dem Tod konfrontiert. Das ist schwer und viele erleben emotionale Erschöpfung. Daher gibt es in großen Organisationen Psychologen, die den Freiwilligen helfen, mit Stress umzugehen.
Erfahrene Freiwillige empfehlen: Wenn du dich ausgelaugt fühlst, mache eine Pause. Das ist keine Verrat am Werk, sondern Selbstfürsorge. Nur ein gesunder und energiegeladener Mensch kann anderen helfen. Ruhe, normaler Schlaf, vollwertige Ernährung sind obligatorische Bedingungen für die Freiwilligenarbeit in der Hitze.
Jeder kann Freiwilliger werden. Dafür ist keine spezielle Bildung oder viel Geld erforderlich. Es genügt das Willen und ein bisschen freie Zeit. Der erste Schritt ist, mit einer lokalen Freiwilligengruppe oder einem Wohltätigkeitsfonds in deiner Stadt in Kontakt zu treten, der in deinem Stadtteil arbeitet. Sie benötigen immer Hände: zum Verteilen von Wasser, zum Sortieren von Dingen, zum Anrufen älterer Menschen.
Wenn du nicht auf die Straße gehen kannst, kannst du auch remote helfen: Geld für den Kauf von Wasser spenden, Informationen in sozialen Netzwerken verbreiten, mit Menschen in Kontakt treten, die Hilfe benötigen, aber nicht wissen, wo sie sich wenden können.
Und am wichtigsten — denk daran: Selbst eine Stunde am Tag kann das Leben jemanden verändern. Vielleicht rettet deine Wasserflasche jemandem das Leben vor Dehydrierung, und dein freundliches Wort gibt ihm die Kraft, diesen Tag zu überstehen.
Freiwillige in heißen Sommernächten sind unsichtbare Helden, die unseren Welt sicherer und menschlicher machen. Sie übernehmen das, was staatliche Behörden nicht leisten können, und tun es mit Seele und Opferbereitschaft. Und jeder von uns kann solch ein Held sein. Man muss nicht warten, bis jemand anfängt — man kann selbst anfangen. Direkt jetzt. Mit einer Wasserflasche, mit einem Lächeln, mit der Frage «wie kann ich helfen?». Denn Hitze fragt nicht, ob wir bereit sind, ihr zu helfen. Sie tritt einfach herein. Und es hängt von uns ab, ob diejenigen, die in der Nähe sind, überleben oder nicht.
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