Die Trommel ist nicht nur ein Musikinstrument. Sie ist die Stimme der Erde, der Puls der Gemeinschaft, die Sprache, auf der Götter und Ahnen sprechen. In Afrika und Asien ist die Trommel untrennbar von Ritualen, Krieg, Fest und Alltag. Ihr Klang durchdringt die Jahrhunderte, verbindet Generationen. In diesem Artikel werden wir auf eine Reise durch die Rhythmen der beiden Kontinente gehen, um zu verstehen, warum die Trommel zur Grundlage ihrer Kulturen wurde.
Die Geschichte der Trommel beginnt lange vor der Schrift. Die ersten Schlaginstrumente appeared in Afrika noch in der Neolithischen Zeit. Archäologen finden Ton- und Holztrommeln in Gräbern. Für die alten Völker war die Trommel nicht nur ein Instrument, sondern die Stimme des Geistes. Ihr Klang rief den Regen, vertreibt böse Geister, begleitete die Geburt und den Tod. In Asien appeared die ersten Trommeln in Mesopotamien und Indien. Sie wurden in Tempeln verwendet, um die Götter zu wecken. Die Trommel ist die Verbindung zum Himmel. Und diese Verbindung besteht bis heute.
In Afrika ist die Trommel mehr als Musik. Es ist ein Medium der Kommunikation. Verschiedene Rhythmen können Nachrichten über eine Entfernung von bis zu zehn Kilometern übermitteln. Die Trommel-Sprachen der Stämme Bantu und Yoruba sind den Eingeweihten verständlich. Die Schläge können von der Geburt, dem Tod, der Gefahr oder dem Fest erzählen. Der Trommler ist eine respektierte Person. Er bewahrt die Geschichte des Stammes auf. Seine Hände sind ein Archiv.
Die bekanntesten afrikanischen Trommeln sind das Djembe (schalenförmig, mit Ziegenhaut) und der Dundun (zylindrisch, bass). Djembe werden mit den Händen gespielt. Sein Klang kann klingend und tief sein. Dundun werden mit einem Stock gespielt, er gibt den Rhythmus vor. Gemeinsam schaffen sie eine Polyrhythmik, die das gesamte Körperbewegungen in Bewegung setzt. In Mali, Guinea und Côte d'Ivoire begleiten Trommelensembles alle wichtigen Ereignisse: von Hochzeiten bis zu Beerdigungen.
In Asien kam die Trommel in Tempel und dann auf die Bühnen der Theater. In Japan wird das Taiko (große Trommel) in Shinto-Ritualen und im Theater Noh verwendet. Sein Klang soll den Raum reinigen. In Indien ist die Tabla nicht nur eine Trommel, sondern eine Musiksprache. Komplizierte Rhythmen der Tabla können menschliche Sprache nachahmen. In China wurden Trommeln militärisch verwendet, um Befehle im Kampf zu übermitteln. Heute ist die Peking-Oper ohne Trommelbegleitung unvorstellbar.
In den afrikanischen und asiatischen Kulturen ist die Trommel nicht ein Soloinstrument. Sie vereint. In einem Kreis der Trommler ergänzt jeder Rhythmus den anderen. Dies ist eine Metapher für die Gesellschaft: Jeder Mensch ist ein Teil des Ganzen. Trommel-Zeremonien bringen Menschen näher zusammen, beseitigen Grenzen. Sie beteiligen sich sowohl alte als auch Kinder. Dies ist die Übertragung der Tradition durch das Körper.
In Afrika und Asien wurde die Trommel oft als Mittel zur Kommunikation mit Geistern verwendet. In den Riten des Voodoo in Benin rufen die Trommelrhythmen Geister herbei. In den buddhistischen Tempeln Japans liest die Trommel die Sutren. Die Schläge der Trommel strukturieren die Zeit des Gebets. In den indischen Tempeln weckt die Trommel das Göttliche. Die Trommel ist die Brücke zwischen Erden und Himmel.
Heute ist die Trommel über die Rituale hinausgegangen. Sie ist Teil der Weltmusik geworden. Afrikanische Rhythmen klingen im Jazz, im Funk, in der Popmusik. Asiatische Trommeln in Filmmusiken und in der modernen Elektronik. Aber auch in Konzertsälen behält die Trommel ihre Verbindung zur Vergangenheit bei. Sie bringt Menschen zusammen, erregt Emotionen, weckt die alte Erinnerung.
Die Trommel ist nicht nur ein Instrument. Sie ist der Puls der Menschheit. Ihr Rhythmus klang, als es noch keine Städte gab, und wird klingen, wenn die Städte verschwinden. Sie spricht eine Sprache, die alle verstehen. Weil das Herz jedes von uns im Rhythmus der Trommel schlägt.
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