Fußball und Karneval — zwei Erscheinungen, die scheinbar für einander geschaffen wurden. Beide sind massiv, emotional, laut und mit Elementen des Theaters und der Rituale. In einigen Kulturen haben sie sich vereint, was zu einem einzigartigen Phänomen geführt hat: dem „Fußballkarneval“. Brasilien ist natürlich der Hauptbeispiel. Aber nicht der einzige. In diesem Text tauchen wir in eine Atmosphäre ein, in der Dribbling wie ein Tanz aussieht und Tore wie ein Feuerwerk gefeiert werden.
In Brasilien sind Fußball und Karneval zwei Seiten einer Seele. Spieler wie Pelé, Garincha, Ronaldinho, Neymar haben nicht nur Tore geschossen, sie haben getanzt. Ihre Tricks sind das Bewegung der Karnevalschulen. Selbst das Elfmeter-Verfahren von Neymar in einem Spiel wegen Simulierung wird manchmal „Tanz“ genannt. Die brasilianischen Fans bringen auf die Stadien Trommeln, Pfeifen, Fahnen. Die Fan-Sektoren in Rio, Salvador, Belo Horizonte sind eine Karnevalsmenge. Und der Karneval in Rio umfasst oft footballische Themen: die Schulen des Sambas wählen das Thema „Fußball und Leidenschaft“, während sie unter dem Klang der footballischen Marsche ziehen.
Die Eröffnungszeremonien der WM haben sich lange zu Mini-Karnevaln umgewandelt. Erinnern wir uns an die Eröffnung der WM 2014 in Brasilien: Tanzen, Musik, bunte Kostüme, Feuerwerk. WM 2010 in Südafrika — afrikanische Trommeln und Vuvuzelas. WM 2022 in Katar — ein orientalisches Show. Die Organisatoren streben nach einem Fest, das mehr in Erinnerung bleibt als das erste Spiel. Für Brasilien ist das besonders organisch: dort ist der Karneval ein Teil der Identität.
Nicht nur Brasilien. Auch in Europa gibt es Fußballkarnevale. Zum Beispiel finden in Deutschland vor dem Saisonbeginn „Fan-Feste“ mit Karnevalsumzügen statt. In England ziehen die Fans für das Finale des FA Cups in historischen Kostümen. In Italien, in Neapel, wird der Sieg des „Napoli“ wie ein Karneval gefeiert: Straßen in roten und blauen Farben, Musik, Feuerwerk. In Spanien, in Barcelona, fließt der Sieg des Clubs im Championat in einen mehrtagigen Karneval mit dem Baden in Springbrunnen hinein.
Ultras (organisierte Fans) veranstalten oft karnevalistische Performances: „Tifo“ (große Banner, Mosaik aus Karten), Feuerwerk-Shows, Rauchshell. In Italien ziehen die Fans vor einem Derby für einige Stunden mit Fahnen und Trommeln in einer Prozession — das erinnert an eine Karnevalsprozession. In Polen und Griechenland überschreiten solche Umzüge manchmal in Unruhen, aber im Wesentlichen ist es dasselbe: die Sehnsucht nach einem Spektakel. In Südamerika (Argentinien, Kolumbien) nehmen die Fans Blasorchester, Feuerwerk mit auf das Stadion — das ist der karnevalistische Geist.
Die Fans lieben auch den Karneval auf den Spielen. Perücken, bemalte Gesichter, riesige Brillen, Kostüme im Stil von Clowns, Retro-Kleider. Bei den Endspielen der Meisterschaften kann man einen Kerl in einem Dracula-Kostüm oder Skelett sehen. Das ist ein unverzichtbarer Teil der footballischen Kultur — die Möglichkeit, Emotionen auszudrücken und sich wie ein Künstler zu fühlen. Die verrücktesten Fans (z.B. ein Mexikaner mit Sombrero und Gitarre) werden zu Internet-Memes.
Der Sieg der Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft ist ein spontaner Karneval. Nach dem Finale der WM 2022 in Argentinien gingen Millionen auf die Straßen, tanzten, sangen, weinten. So war es in Deutschland im Jahr 2014, in Frankreich im Jahr 1998, in Spanien im Jahr 2010. Das ist ein echter Karneval, der keine Regie benötigt. Die Menschen gießen sich gegenseitig mit Bier übereinander, küssen Fremde, Flaggen wehen überall. Fußball wird zum Anlass für einen kollektiven Fest, der soziale Barrieren abbaut.
Adidas, Nike, Puma stellen für die Weltmeisterschaften Formen her, die von der karnevalistischen Symbolik inspiriert sind. Farbgebung mit Federn, Glitzer, ethnischen Mustern. Fußballbälle werden auch bunt und festlich. Werbespots spielen oft mit dem Karneval: die Menge, Trommeln, Tanzen. Das zieht die Jugend an und schafft das Gefühl, dass Fußball nicht nur ein Sport, sondern auch ein Show ist.
Karneval und Fußball verbindet eins: Sie geben den Menschen das Recht, lauthals, dumm, glücklich zu sein, ohne Rücksicht. Auf dem Stadion kann man weinen, schreien, sich mit Fremden umarmen, auf dem Stuhl tanzen — niemand wird verurteilt. Fußball ist der Karneval am Samstag.
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