Ewiger Streit: Katzenfreunde gegen Hundefreunde. Einige halten Katzen für stolz und unabhängig, andere für egoistisch und kalt. Hundefreunde sprechen von Treue, Gegner von nerviger Abhängigkeit. Warum teilen sich die Menschen in zwei Lager? Die Antwort liegt in der Psychologie, dem Lebensstil und sogar in den Genen.
Studien zeigen: Hundeliebhaber sind extrovertierter, energischer und lieben den Teamgeist. Sie genießen es, wenn ihr Haustier in die Augen schaut, Befehle ausführt und Schuhe bringt. Ihnen sind Hierarchie und Anerkennung wichtig. Katzenliebhaber sind häufig introvertierter, schätzen Privatsphäre und Stille. Ihnen gefällt es, dass die Katze kommt, wenn sie will, selbst. Das entspricht ihrem Bedarf an Unabhängigkeit.
In der Antike wurden Katzen verehrt (Ägypten) oder verbrannt (Mittelalter). Hunde wurden jedoch zur Jagd und zum Schutz verwendet. Kulturelle Stereotypen haben sich festgesetzt: «Hund — der Freund des Menschen», während die Katze ein mysteriöses Wesen ist, das selbst spazieren geht. In Russland wurde traditionell die Katze zur Mäusejagd gehalten (Pragmatismus), der Hund zur Haushaltsbewachung. In der Stadt haben sich die Präferenzen verschoben: Die Katze ist in kleinen Wohnungen bequemer, der Hund erfordert Auslauf. Je aktiver der Mensch ist, desto häufiger wählt er einen Hund.
Braucht der Mensch einen bedingungslosen Liebespender? Eine Hundepersönlichkeit könnte besser passen — sie ist immer glücklich. Wenn der Mensch selbst gestresst ist, kann die hyperaktive Aktivität des Hundes belastend sein. Er wählt eine Katze, die nicht um 6 Uhr morgens auf den Schoß springt. Ältere Menschen neigen dazu, Katzen zu wählen, weil sie weniger Aufwand erfordern. Familien mit kleinen Kindern wählen Hunde (Spielekameraden). Singles bevorzugen oft Katzen, um sich nicht verloren zu fühlen, aber auch nicht zu stark an sie gebunden zu sein.
Bei der Interaktion mit einem Hund wird beim Menschen Oxytocin und Dopamin freigesetzt — Hormone der Bindung und des Glücksgefühls. Der Hund schaut in die Augen, lädt zum Spielen ein, bringt den Ball. Beim Streicheln einer Katze steigt auch der Oxytocinspiegel, aber weniger stark. Stattdessen senkt das Beobachten einer Katze den Blutdruck und verringert die Anspannung und Angst mehr sanft. Einige Menschen genießen den Adrenalinausstoß durch das Spielen mit einem Hund (Jagdspiele, Kämpfe). Andere bevorzugen das beruhigende Murmeln. So bestimmt die Chemie des Gehirns die Wahl.
Wenn ein Mensch in der Kindheit von einem Hund angegriffen wurde, wird er sie sein ganzes Leben lang fürchten und eine Katze halten. Wenn eine Katze zerrissen hat, wird er vor Katzen Angst haben. Positiver Erlebnis ist ebenfalls wichtig: Die gute Oma-Katze, die auf den Knien schlief, kann die Liebe zu Katzen für immer festigen. Und der treue Hund, der vor der Schule wartete, — zu Hunden. Auch spielt Allergien eine Rolle: Wenn ein Kind eine Allergie gegen Hundehaare hat, wird es «lieben» Katzen (oder umgekehrt). Oft entscheiden Allergiker jedoch einfach, keine Haustiere zu halten, aber die Sympathien können auf hypoallergene Rassen fallen.
Im Gegensatz zu Stereotypen bevorzugen Männer und Frauen etwa gleich oft Hunde und Katzen. Frauen berichten jedoch häufiger von einer starken Bindung an Katzen (wie an «Kindern»), während Männer Katzen (wie an «Teammitgliedern») bevorzugen. Kinder bis 7 Jahren bitten häufiger um einen Hund (Spielzeuge-Pets). Teenager wählen Katzen, um ihre Unabhängigkeit von ihren Eltern zu betonen. Erwachsene über 50 neigen dazu, Katzen zu bevorzugen (weniger Aufwand).
Ein Mensch kann in der Jugend Hunde lieben, aber mit der Geburt der Kinder oder dem Ruhestand Katzen lieben. Änderungen im Lebensstil sind ein wichtiger Faktor. Wenn man in eine Wohnung ohne Aufzug gezogen ist, werden schwere Einkaufswagen mit Futter und tägliche Ausläufe um 7 Uhr morgens zu einem Problem. Man nimmt eine Katze. Oder umgekehrt, wenn man in ein Einfamilienhaus gezogen ist, nimmt man einen Schäferhund. Es gibt auch Hunde-Katzen-Familien: Einige Menschen lieben beide, aber häufiger in eine Richtung.
Ein weit verbreiteter Mythos: Katzenliebhaber sind Frauen mit übertriebenem Selbstbewusstsein und einem kalten Charakter. Das ist falsch. Ein weiterer Mythos: Hundefreunde sind alle aktiven Sportler-Extrovertierte, die nicht in der Lage sind, tief nachzudenken. Auch das ist falsch. Es gibt verschiedene Persönlichkeitstypen. Es gibt Introvertierte, die Hunde halten, um über sie mit Menschen in Kontakt zu treten (während des Spaziergangs im Park). Es gibt gesellige Katzenliebhaber, die zu Hause in der Stille bleiben.
Beide sind Quellen unbedingter Liebe und Stressbewältigung. Beide erfordern Pflege und Verantwortung. Beide können Leben retten (Katzen wecken bei Bränden, Hunde finden verlorene Menschen). Am Ende ist die Wahl zwischen Katze und Hund eine Wahl zwischen Lebensstil und nicht zwischen Gut und Böse. Der ideale Fall für einige ist, beide zu haben. Aber sei bereit für Kämpfe und dass der Hund Katzenfutter essen wird.
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