Norwegen ist ein Land, wo der Winter halbes Jahr dauert und die Temperatur bis -40°C fallen kann. Dennoch zahlen die Norweger für die Heizung 2-3 Mal weniger als die Russen (im Verhältnis zum Einkommen). Der Geheimnis liegt in der Energieeinsparungstechnologie und dem Mentalität. Erzählen wir, wie die norwegischen Häuser funktionieren und was wir lernen sollten.
In Norwegen werden Häuser gebaut, die fast keine Heizung benötigen. Dünne Wände (30-50 cm Isolierung), Dreifachverglasung, luftdichte Türen. Die Wärme von Menschen, Haushaltsgeräten und Sonnenlicht reicht aus, um +20°C auch im Winter zu halten. Lüftung mit Wärmerückgewinnung (95% der Wärme wird zurückgegeben). In diesen Häusern gibt es keine Radiatoren. Der Baukosten sind um 10-15% höher als normal, aber innerhalb von 5-7 Jahren amortisiert.
Es gibt in Norwegen mehr als 20.000 Passivhäuser (bei einer Bevölkerung von 5 Millionen).
Ein "intelligenter" Zähler ist in jedem Haus installiert, der Daten über den Energieverbrauch in Echtzeit übermittelt. Die Tarife schwanken: nachts ist es billiger (2-3 Mal), tagsüber teurer. Die Norweger waschen, spülen Geschirr, laden Elektroautos nachts. Es gibt auch ein Programm "dynamischer Tarif": wenn der Wind stark ist (viel Energie), sinkt der Preis auf Null. Der Ofen schaltet sich automatisch ein. Intelligente Steckdosen schalten "Vampire" (Fernseher, Ladekabel im Standby-Modus) aus.
Der Energieverbrauch für die Heizung sinkt um 20-30%.
Es gibt in Norwegen fast keine Gasheizwerke. 90% der Häuser werden mit Wärmepumpen (Luft-Luft, Luft-Wasser, Erdwärme) geheizt. Der Wärmetauscher nimmt Wärme sogar aus kaltem Luft (bis -30°C). Die Effizienz beträgt 3-4 kW Wärme pro 1 kW Strom. Der Staat subventioniert die Installation (bis zu 50% des Preises). Das Verbot von Ölheizungen. Dank der Wärmepumpen beträgt der durchschnittliche Heizkostenrechnung 1000 Kronen (8000 Rubel?) pro Monat, bei einem Gehalt von 40.000 Kronen.
In Russland werden noch immer Gas in Heizwerken verbrannt (Verluste bis zu 30%).
Geothermische Wärmepumpen sind in Norwegen beliebt. In ein Brunnen von 100-200 Metern Tiefe wird eine Rohrleitung mit Antifreeze hineingeführt. Im Winter beträgt die Temperatur in der Tiefe +5...+8°C, im Sommer +15°C. Der Wärmepumpe wird die Temperatur auf +50°C erhöht. Das System funktioniert 30-50 Jahre. Die Installationskosten betragen 20.000-30.000 Euro, amortisieren sich in 7-10 Jahren. Der Staat gibt eine Subvention von 20%.
In Russland gibt es nur wenige geothermische Wärmepumpen (teuer, keine Subventionen).
Die Windenergie in Norwegen ist aufgrund der Berge schlecht entwickelt, aber auf den Dächern der Privathäuser werden vertikale Windräder installiert (leise, töten keine Vögel). Sie erzeugen 10-20 kW·h pro Tag ( decken den Haushaltsbedarf). Der Überschuss wird nach dem grünen Tarif ins Netz verkauft. Im Jahr 2026 wurden vertikale Windräder um die Hälfte billiger (etwa 3000 Euro). Die Amortisationszeit beträgt 5 Jahre. Russland: Einzige Projekte in Kaliningrad.
Die Norweger sparen Wärme und Energie nicht aus Armut, sondern aus ökologischem Bewusstsein und Kosteneinsparung. Sie möchten sich nicht von fossilen Brennstoffen abhängig machen. Wir haben viel zu lernen: Dächer isolieren, Wärmepumpen installieren, Nachttarife. Während Russland die Luft erwärmt, erwärmt Norwegen die Menschen.
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