Wenn Sie jeden Berliner fragen, wo man in der Hauptstadt Deutschlands hingeht, wird er wahrscheinlich den Berliner Zoo nennen. Und er hat recht. Der Zoologischer Garten Berlin ist nicht nur ein Zoo, sondern eine Legende, die Kriege, Zerstörung und Wiederaufbau überstanden hat. Er ist älter als viele Weltmächte und beherbergt mehr Arten als jeder andere Zoo auf dem Planeten. Hier gibt es keine Gitter, kein Gefühl der Knechtschaft, sondern eine erstaunliche Welt, in der der Mensch als Gast zu denen kommt, die nach ihren eigenen, alten Gesetzen leben. Dieser Zoo ist das Symbol Berlins, seine Ehre und eines der am häufigsten besuchten Orte in Europa.
Die Geschichte des Berliner Zoos begann am 1. August 1844, als er als erster Zoo in Deutschland und neunter weltweit eröffnet wurde. Sein Gründer war der Professor für Zoologie der Humboldt-Universität zu Berlin, Martin Heinrich Lichtenstein, und die Idee wurde von dem König von Preußen Friedrich Wilhelm IV unterstützt, der dem Zoo seine Fasanerie im Tiergarten und einige Tiere aus seinem privaten Zoo überließ. Seitdem ist der Zoo eine Aktiengesellschaft – die Bundesland Berlin gehört nur eine Aktie aus viertausend, die anderen befinden sich in privaten Händen.
Im Jahr 1869 wurde Heinrich Bodinus zum Direktor ernannt, der den Bau einzigartiger «exotischer» Pavillons initiierte. Und im Jahr 1913 wurde ein riesiger Aquarium eröffnet, das lange Zeit der größte der Welt war. Bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs lebten im Zoo etwa 4.000 Tiere. Der Krieg war jedoch eine Katastrophe für ihn: fast alle Bauwerke wurden zerstört und nur 91 der 4.000 Tiere überlebten. Aber der Zoo erholte sich aus den Ruinen und gilt heute als einer der größten und artenreichsten in Europa.
Die Hauptunique des Berliner Zoos ist sein unglaubliches Artenvielfalt. Hier leben etwa 20.000 Tiere, die mehr als 1.200 bis 1.500 Arten repräsentieren. Dank dieser Vielfalt ist er als artenreichster Zoo der Welt anerkannt. Hier kann man alles sehen: von winzigen Ameisen bis zu gigantischen Elefanten, von seltenen weißen Nashörnern bis zu Lemuren und Orang-Utans.
Unter den Juwelen der Sammlung sind die riesigen Pandas, die zu echten Stars wurden. Im Jahr 2017 wurden mit großem Pomp, in der Gegenwart von Kanzlerin Angela Merkel und dem Vorsitzenden der VR China Xi Jinping, die Pandas Jiao Qing und Man Man im Zoo untergebracht. Sie brachten dem Zoo 2019 die ersten Pandababys in Deutschland. Auch hier leben berühmte Elefanten, Giraffen, Gorillas und viele andere Tiere.
Der Hauptprinz des Berliner Zoos ist, Tiere in Bedingungen zu zeigen, die so nah wie möglich an ihrer natürlichen Lebensumgebung sind. Zellen gibt es hier nur selten. Bereits in den 1930er Jahren wurden Gitter durch Gräben und große offene Gehege mit natürlichen Steinen ersetzt. Heute wird diese Philosophie fortgesetzt: Für Pinguine und Meeressäuger wurden Wasserbecken mit Felsen und Liegeflächen, für Meeressäuger – eine künstliche Küste mit Wellen, und für nachtaktive Tiere – ein spezielles Raum fast in völliger Dunkelheit geschaffen.
Der Eingang zum Zoo ist selbst ein Wahrzeichen. Die berühmten Elefantentore am Haupteingang sind das Symbol des Zoologischer Garten Berlin, das noch Ende des 19. Jahrhunderts entworfen wurde. Auf dem Gebiet des Zoos befinden sich einzigartige Gebäude, wie der Alfred-Brehm-Haus – einer der größten zoologischen Pavillons der Welt, sowie der Panda-Pavillon, die Nashornpagode und das Antilopenhaus. Im dreigeschossigen Aquarium werden nicht nur Fische, sondern auch Reptilien, Amphibien, Insekten und Wirbellose präsentiert.
Der Berliner Zoo wurde für viele Tierstars zu Hause. Der größte Boom an Popularität erlebte der Zoo 2006, als der weiße Bär Knut geboren wurde. Er wurde eine Weltneuheit, das Symbol des Zoos und der Liebling der Öffentlichkeit. Zu den anderen Legenden gehören die Gorilla Bobby, die noch immer in Erinnerung bleibt, und der Flusspferd Knuchka, der den Krieg überlebte und 45 Jahre alt wurde – ihm wurde sogar ein Denkmal errichtet.
Heute ist der Berliner Zoo nicht nur ein Ort für Spaziergänge. Er ist aktiv an Programmen zur Erhaltung seltener Arten beteiligt. Seit den 1970er Jahren werden hier Schwarznashörner und Pferde Przewalskis gezüchtet. Im Jahr 1923 wurde im Berliner Zoo die erste Weltweite Zuchtbücher für den Wisent erstellt. Im Jahr 2024 kündigte der Zoo den Bau eines neuen Affenhauses an, das so nah wie möglich an der natürlichen Lebensumgebung der Gorillas ist.
Der Zoo legt auch einen Schwerpunkt auf nachhaltige Entwicklung, Artenerhaltung und Bildung. Jedes Jahr besuchen mehr als 3,5 Millionen Menschen den Zoo, was ihn zum am häufigsten besuchten Zoo Deutschlands und einem der beliebtesten in Europa macht.
Der Berliner Zoo ist einzigartig durch die Kombination von Geschichte, Größe und Philosophie. Er ist der älteste Zoo Deutschlands, der Kriege und Zerstörungen überstanden hat, aber seine Seele behalten hat. Er ist der artenreichste der Welt. Er ist ein Ort, wo es keine Gitter gibt, und die Tiere leben in großen Gehegen, die der Natur nahe sind. Er ist das Zuhause der legendären Tiere wie Knut und Pandas. Und er ist ein Zentrum für Wissenschaft und Erhaltung, das nicht nur Tiere zeigt, sondern ihnen hilft, zu überleben.
Wenn Sie durch die Wege des Berliner Zoos gehen, fühlen Sie sich nicht in der Gefangenschaft. Sie fühlen sich, als wären Sie Gast in einer riesigen, lebendigen Welt, in der jeder Winkel bis ins Detail durchdacht ist. Und vielleicht genau deshalb kommen Touristen aus der ganzen Welt hierher – um nicht nur Tiere zu sehen, sondern eine ganze Welt zu erleben, die nach eigenen Gesetzen lebt, aber gastfreundlich ihre Türen für den Menschen öffnet.
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